
 

 
 

| Marie
Alexandrine Freiin von Vetsera, Kronprinz Rudolfs "Gefährtin für
den Tod", ist die traurige Heldin des so genannten Dramas von Mayerling:
Gestorben im Bett des österreichischen Thronfolgers, verscharrt in der Selbstmörderecke
des Friedhofes von Heiligenkreuz, geschändet in den Wirren des Jahres 1945,
geraubt aus dem Grab im Jahre 1991 und bei Nacht und Nebel wieder beigesetzt im
Oktober 1993. Jetzt ist es an der Zeit, auch ihr Leben zu dokumentieren.
Die Idee Das Vetsera-Archiv verfolgt das Ziel, Texte, Dokumente und Objekte
aus dem Nachlass der Mitglieder der Familie Vetsera zu sammeln, zu ordnen und
zu erschließen. Die Ergebnisse sollen im Mayerling-Museum durch Ausstellungen
und Kataloge, vom Archiv durch wissenschaftliche Veröffentlichungen, Lese-
und Studienausgaben und mancherlei Verzeichnisse in verschiedenen Schriftenreihen
sowie einer Publikation zum "Kronprinz Rudolf Jahr 2008" der interessierten
Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Sammlungen stehen jedem
wissenschaftlich Arbeitenden im Rahmen der üblichen Archivbestimmungen in
den Räumen des Mayerling-Archivs nach Abstimmung zur Einsicht offen. Den
allgemeinen Zugang und die mögliche Auswertung der Materialien regelt die
Benutzungsordnung. Die
Vorgeschichte Über viele Jahre hinweg wurden die nachgelassenen Gegenstände
der Familien Vetsera und Baltazzi in Salzburg bzw. in Wien verwahrt. Die letzte
Trägerin des Familiennamens, Ferdinande Baronin Vetsera (gest. 24.05.1990),
und ihre Schwester, Eleonore Gräfin Hoyos (gest. 18.05.1991), betrauten bereits
in den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts den Wiener Hermann Schwanzer, genannt
Swistun mit der Nachlasspflege und übertrugen ihm in Folge einen großen
Teil des schriftlichen Nachlasses und der vererbten Familienobjekte. Das Archiv
wurde fortan in Wien gebündelt und ausgewertet. Der
frühere Archivar Hermann Swistun-Schwanzer veröffentlichte 1980
gemeinsam mit Heinrich Baltazzi-Scharschmid das Buch "Die Familie Baltazzi-Vetsera
im kaiserlichen Wien", editierte 1982 zusammen mit Margot Judtmann die Neuauflage
des Buches "Mayerling ohne Mythos" und verfasst im gleichen Jahr das
Buch "Mary Vetsera - Gefährtin für den Tod", das 1999 kurz
nach seinem Tod in zweiter, überarbeiteter Auflage auf den Markt kam. Am
26. Juni 1999 verstarb der Schriftsteller, Sammler und langjährige Archivar
der Familie Vetsera in Wien. Nach seinem Tod stellt sich die Frage, was aus dem
umfangreichen Familienarchiv wurde? Selbst Freunde des Verstorbenen und die Angehörigen
der Familien Vetsera und Baltazzi wissen nicht um den Verbleib des Materials. Der
Verlust Einige Objekte des Familienarchivs wurden bereits vor dem Tod
von Hermann Swistun-Schwanzer in Auktionen wie z.B. im Palais Dorotheum Wien angeboten,
andere an Privatpersonen verkauft oder verschenkt. Der große Rest darf nach
heutigem Kenntnisstand als verloren angesehen werden, denn Familienpapiere aus
den Häusern Vetsera und Baltazzi sind äußerst selten und kommen
fast nie in den Handel. Viele handschriftliche Hinterlassenschaften z.B. von Marie
Alexandrine von Vetsera wurden vernichtet. Die wenigen Erhaltenen, die zum Glück
nicht dem Familienarchiv Vetsera-Baltazzi eingegliedert waren, befinden sich heute
in Wiener Privatbesitz bzw. im Mayerling-Archiv. Die
Suche Zu den weiterhin gesuchten Nachlassgegenständen werden Briefe,
Bilder und Objekte aus dem Besitz der Familien, insbesondere folgender Personen
gezählt: -
Marie Alexandrine "Mary" Freiin von Vetsera 1871-1889 - Johanna
"Hanna" Gräfin von Bylandt-Rheyd, geborene Freiin von Vetsera 1868-1901
- Helene Baronin von Vetsera, geborene Baltazzi 1847-1925 - Albin Baron von
Vetsera 1825-1887 - Ladislaus "Lazi" von Vetsera 1865-1881 -
Franz Albin "Feri" von Vetsera 1872-1915 - Alexander von Baltazzi
1850-1915 - Aristide von Baltazzi 1853-1914 - Hector von Baltazzi 1851-1916
- Heinrich "Henry" von Baltazzi 1858-1929 Für die Biographie
der Mary Vetsera und die Einordnung ihrer Person in den geschichtlichen Kontext
ist der schriftliche Nachlass der Baroness von großem Interesse. Darüber
hinaus geben natürlich alle weiteren schriftliche Dokumente der Familienmitglieder
ein beredetes Zeugnis vom Denken und Handeln der Verfasser in ihrer Zeit. Briefe
von Mary Vetsera Aus dem Nachlass der Familienmitglieder sind heute nur
wenige Stücke erhalten bzw. konnten bislang nur wenige Objekte von uns lokalisiert
werden. So existieren eigenhändige Briefe der Baroness Mary Vetsera nach
jetzigem Kenntnisstand ausschließlich in einer Wiener Privatsammlung sowie
im Mayerling-Archiv. Institutionelle Handschriftenstammlungen in Österreich,
Deutschland und der Schweiz besitzen keine Briefe der Baroness. Briefe
und Dokumente von Familienmitgliedern Einige Briefe der Helene Vetsera
und ihres Gatten, Albin Vetsera, sind in österreichischen und deutschen Archiven
dokumentiert. Darüber hinaus verwahrt die Österreichische Nationalbibliothek
in der Handschriftensammlung Briefe von Anna Gräfin Ungarte geb. Baltazzi,
Hector Baltazzi und Paula Baltazzi geb. Freiin von Scharschmid von Adlertreu.
Von Helene und ihrer Tochter Johanna Vetsera existieren mindestens drei handschriftlich
erstellte Denkschriften zur Tragödie (2 x Wien und 1 x New York). Zwei Adelsdiplome
von Albin von Vetsera befinden sich heute im Besitz der Schloss Schönbrunn
Kultur- und Betriebsgesellschaft bzw. in einer Wiener Privatsammlung. Memorabilien
der Familie Aus dem persönlichen Besitz der Damen der Familie Vetsera
sind erhalten und derzeit bekannt u.a. ein Paar Schnürstiefel der Helene
Vetsera (Museum der Stadt Wien), ein silberner Corpus Christi vom Grabkreuz der
Mary Vetsera, ihr kunstvoll gestaltete Schirmknauf und ihr Totenschein (alles
div. Privatbesitz), ein Läufer aus der Villa Vetsera in Payerbach (Barbarakapelle
Küb) und zwei Bildalben mit aufgelegten Initialen (Privat). Sammlungsverluste
Im ehemaligen Familienarchiv Vetsera-Baltazzi existierten darüber hinaus
unzählige Originalfotografien von Familienmitgliedern, mehrbändige Tagebuchaufzeichnungen
aus den 80-er und 90-er Jahren des 19. Jahrhunderts sowie Pretiosen der Geschwister
Vetsera. Dies alles ist heute nicht mehr zu eruieren. Ebenfalls nicht mehr greifbar
sind seit dem Tode des Familienarchivars die erhaltene Teilnachlässe von
Professor Dr. Fritz Judtmann - Manuskripte, Bilder, Informationen zu seinen Forschungsfahrten
und die so genannte "Hubertus-Uhr" aus dem Nachlass von Kaiser Franz
Josephs Leibarzt Dr. Joseph Ritter von Kerzl - und von Fregattenkapitän a.
D. Hans Sokol, der den dritten Band der Franz Joseph-Biographie von Conte Corti,
"Der alte Kaiser", nach dem Tode des Autoren vervollständigte.
Zwischenzeitlich sind jedoch verschiedene Objekte aus dem Nachlass von Fritz Judtmann
in der Internetauktionsbörse eBay aufgetaucht und konnten vom Vetsera-Archiv
erworben werden. | |